Und siehe da: In der WhatsApp-Umfrage fanden sich tatsächlich noch fünf mutige Männer zusammen, die bereit waren, den schweren Weg mit Hopfenkaltschale und Wanderschuh anzutreten.
Der Organisator aus der Silberstadt machte sich bereits gegen 10 Uhr auf den Weg, schließlich war 11 Uhr Treff am Fanclub. Wer jetzt denkt, Lukas wäre der Erste gewesen, den müssen wir leider enttäuschen. Denn als er bereits 10:40 Uhr am Fanclub ankam, stand die Tür schon offen. Nun stellte sich natürlich sofort die Frage: War die Tür noch offen vom letzten Fanclub-Abend?
Wurde eingebrochen?
Oder sitzt etwa schon jemand drin?
Die Antwort war deutlich harmloser und zugleich deutlich gefährlicher für den Tagesverlauf: Steve war bereits vor Ort. Für ihn bedeutete „11 Uhr Treff“ offenbar eher „10 Uhr Warmtrinken“. So saß er gemütlich im Chefsessel und genoss bereits das erste kühle Blonde aus der grünen Flasche. Nach und nach trudelten dann die restlichen drei FC-Mitglieder ein. Zusätzlich wurden auch Freunde des Fanclubs eingeladen, sodass sich unsere Reisegruppe noch um vier weitere Zweibeiner sowie zwei bellende Vierbeiner erweiterte.
"Kurz nach Elfe" ging es dann endlich los – raus aus der Bergstadt, hoch durch die „Grösel-Gasse“. Und dort zeigte direkt der erste Vierbeiner, wem die Straße gehört, indem er ...
...sein Revier markierte. Natürlich wurde alles ordnungsgemäß entfernt – wir sind schließlich ein seriöser Wanderverein…
Dabei kam dann übrigens auch heraus, dass ein anderes Mitglied bereits deutlich vor der offiziellen Startzeit hier einen Zwischenstopp eingelegt hatte, um sich gegen kurz nach 10 Uhr erstmal einen Schnaps zu gönnen. Man kennt’s – das Leben ist einfach hart. Weiter ging es anschließend die „Alte Mortelgrunder Straße“ entlang – jeder mit einer Hopfenkaltschale bewaffnet – in Richtung Folgenkeller nach Heidersdorf. Wer schon einmal mit dem Fanclub am Männertag unterwegs war, dem dürfte dieser Ort bestens bekannt sein. Und wer noch nie dort war, sollte das dringend ändern.
Auf dem Weg wurde natürlich nicht nur die ein oder andere Flasche oder Büchse geleert, sondern auch allerlei diskutiert. Unter anderem regte man sich über die Bayern-Niederlage im Champions-League-Halbfinale auf, analysierte die Weltlage und führte die typischen Männergespräche, die nach dem dritten Getränk plötzlich unglaublich philosophisch werden.
Nach rund 1,5 Stunden erreichten wir schließlich den Folgenkeller.
Dort warteten neben leckeren Uri auch Bratwürste auf uns, die sich jeder redlich verdient hatte. Gemütlich ließ man sich an der Sitzgruppe nieder und genoss die erste größere Pause. Natürlich durfte auch die Kategorie „selbstgebrannter Wahnsinn“ nicht fehlen. „Suppen“ packte kurzerhand seinen eigenen Schnaps aus und pries diesen voller Stolz als absoluten Geheimtipp an. Der erste Schluck überraschte dann allerdings alle Beteiligten – inklusive ihm selbst. Denn statt Mango-Schnaps hatte er wohl in der morgendlichen Eile zur falschen Flasche gegriffen. So wurde aus dem fruchtigen Sommergetränk plötzlich ein Ingwer-Schnaps mit maximaler Nebenwirkung. Aber gut – wenigstens war etwas Gesundes drin. :-D Nach einer guten Stunde und einigen bekannten Gesichtern machten wir uns wieder auf den Weg – diesmal Richtung Kreuztanne über die Jugendherberge Mortelgrund.
Und dort zeigte das Erzgebirgswetter mal wieder, warum man hier eigentlich vier Jahreszeiten an einem Tag erleben kann. Von Sonnenschein über Regenschauer bis hin zu Schnee- und Graupelschauern war wirklich alles dabei. Kurzzeitig wurde Unterschlupf gesucht, während man nebenbei noch Wanderer aus anderen Bundesländern davon überzeugte, dass ein Besuch am Folgenkeller absolute Pflicht sei.
Am Großen Vorwerk traf unsere Gruppe dann – wie eigentlich jedes Jahr – auf Raffi und seine Kumpels aus ganz Deutschland. „Den Zwickauer und den Mannheimer sieht man tatsächlich fast ausschließlich einmal jährlich in Sayda… nämlich zum Männertag und vermutlich zum Bergfest“, hieß es in er Gruppe. Gemeinsam ging es weiter Richtung Kreuztanne. Dort angekommen wartete dann das erste Fassbier des Tages – für mittlerweile stolze 5 Euro. Aber gut… bezahlt man heutzutage wahrscheinlich überall. Und für die Aussicht aufs Erzgebirge kann man das schon mal machen.
Andere wiederum hatten inzwischen sämtliche geschmierten Schnitten vernichtet und entschieden sich vorsorglich noch für ein ordentliches Steak. Vorsorge ist schließlich besser als Nachsorge – besonders bei 17 Kilometern Wanderung und unkalkulierbarem Getränkeverbrauch.
Zum Abschluss führte uns der Weg schließlich zurück in die „Heiligen Hallen“ nach Sayda – zur vermutlich letzten Männertagsveranstaltung am und vom Jugendclub Sayda. Und wie immer traf man dort zahlreiche bekannte Gesichter. Manche hatten sogar den weiten Weg aus Nürnberg auf sich genommen, um noch einmal den legendären Männertag am Club zu erleben. Das Wetter hatte inzwischen ebenfalls ein Einsehen mit uns und so konnten die letzten Hopfenkaltschalen des Tages entspannt in der Abendsonne geleert werden.
Unseren gesamten Verbrauch an diesem Tag rechnen wir lieber nicht aus… das würde vermutlich sowohl den Taschenrechner als auch die Leber überfordern. Trotz der kleinen Teilnehmerzahl war es erneut ein gelungener Ausflug und ein würdiger Beweis dafür, dass Tradition auch ohne Mallorca hochgehalten werden kann. Wir sehen uns nächstes Jahr wieder – hoffentlich dann wieder mit etwas mehr Personal und etwas weniger Ingwer-Schnaps.
Bericht Lukas P.










